Eye Poetry – Das Lerchenlied

Das Lerchenlied - Johannes TrojanAusschnitt Collage eye poetry Februar 2018

https://holunder.blogspot.de/p/eye-poetry.html

Im vergangenen Herbst bin ich auf Andreas Eye Poetry aufmerksam geworden. Jeden Monat stellt Sie ein Stück Literatur vor, das von BloggerInnen visualisiert wird. Ich habe mir die Aktion ein paar mal angeschaut und bin ganz begeistert von den kreativen Ergebnissen die bisher entstanden sind.

Im Dezember sollte die Aktion eigentlich auslaufen. Das fand ich sehr schade, da ich mir vorgenommen hatte, mich auch einmal an diesem Projekt zu beteiligen. Um so größer war die Freude, als Andrea entschieden hat, dass es weiter gehen soll.

Ausgewählt hat Sie das folgende Gedicht von Johannes Trojan:

Das Lerchenlied

Der Tag bringt seine Sorgen,
mich lässt es unbeschwert,
das macht, ich hab am Morgen
die Lerchen singen gehört.

Nun geh ich durch die Menge,
geh ruhig und mit Lust,
weiß keiner, was für Klänge
ich trag in meiner Brust.

Es klang so süß und labend,
rief Mut und Hoffen wach.
Den Tag lang bis zum Abend
klingt’s mir im Herzen nach.

Ganz schön süßlich das Gedicht. Das war wir etwas zu krass, deshalb liegt der Fokus meiner Collage auf den „Sorgen des Tages“. Das gehetzt und getrieben sein. Dazwischen dann der Gesang der Lerche, der Leichtigkeit und eine Ahnung von Frühling verbereitet.

Die Collage hat ein Format von ca. 40 x 58 cm. Die Lerche ist auf A4 Papier skizziert und aquarelliert worden. Einige Stellen sind bestickt. Mit Papieren aus meinem Lager ist die Collage gestaltet und mit Aquarellfarbe zusammengefasst worden.

Das schwierigste war die Umsetzung vom Text. Gedruckt, gestempelt, getuscht, in Schönschrift oder in PC-Schrift. Ich habe einiges ausprobiert und nichts hat gepasst. Ohne Text ging es auch nicht. Letztlich habe ich mich dafür entschieden, den Text mit Bleistift aufs Blatt zu schreiben. Schnell und hingeworfen, wie eine kurze Telefonnotiz. Für mich passt es so am Besten.

Weitere Lerchengesänge gibt es hier zu sehen.

Wie eine Lerche aussieht habe ich mir hier abgeschaut. Fotovorlage von User:Artemy_Voikhansky bei wikimedia.org

Und weil es so gut zum Thema passt, mache ich hier noch ein bisschen Werbung für den Verein Blühstreifen Beelitz e.V.. Er schafft gemeinsam mit Landwirten Lebensraum in der Agrarlandschaft um so die Artenvielfalt im Spargelland zu erhalten. Vielleicht inspiriert es den einen oder anderen auch aktiv zu werden und etwas für den Artenschutz zu tun.
Eye Poetry - Das Lerchenlied

„fertige“ Collage Eye Poetry – Das Lerchenlied

12 Kommentare

  1. Wie schön das Werk in der Entstehung dokumentiert ist, das gefällt mir sehr gut. Und die Vollendung ist zauberhaft gelungen.
    L G Pia

  2. Süßlich finde ich das Gedicht nicht, sondern mich stimmt traurig, dass wir heutzutage meist nicht mehr in den Genuss dieses morgendlichen Lerchenliedes kommen. So stark bedroht sind unsere Singvögel, deshalb passt dann auch wieder die Stimmung Deines Werkes, gerade auch mit dem Zeitungsausschnitt „Von einer Krise in die nächste“. Denn leider passt das ja genau auf die Situation der hiesigen Singvögel. Den Entstehungsprozess deiner Collage fand ich ungemein spannend, das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen! Schön, dass Du dies gleich zum Anlass nimmst, um auf die Blühstreifen-Initiative hinzuweisen. Eine Werbung, die gern akzeptiert wird!!!
    Ich freue mich, dass Du zu unserer Challenge gestossen bist.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Liebe Andrea, du beschreibst ganz gut, was mich an dem Text so irritiert. Der Text ist ja in einer Zeit entstanden, wo es deutlich mehr Singvögel und insgesamt weniger bedrohte Arten gab. Ein romantisch, verträumter Text.
      Vor dem aktuellen Hintergrund des Artenrückgangs und den länger werdenden Roten Listen kann ich mich der Stimmung des Gedichtes nicht richtig hingeben, sondern spüre den Konflikt zwischen Umwelt/Naturschutz und Wirtschaftlichen Erfordernissen. Liebe Grüße, Laura

  3. Ach wie schön deine Lerche ist und ich mag die zarte SChrift ja auch sehr darauf! Eine ganz wunderbare Collage ist hier entstanden und schön, dass du auch dabei bist. Die Aktion ist ja sooo schön! LG. Susanne

  4. Ja, die Fotostrecke ist klasse. Eine Collagen Doku. Das Ergebnis ist wunderbar, all die Schichten gefallen mir sehr gut.
    LG Kerstin

  5. Deine Vorgehensweise und deine Gedanken und überhaupt die entstandene Arbeit zum Gedicht gefallen mir sehr! Auf mich wirkte es auch nicht süßlich, aber ich hatte halt auch sofort ein erst drei Jahre lang zurückliegendes Erlebnis mit Lerchen im Kopf… und war froh, dass mir das Gedicht diese Erinnerung zurückgebracht hat. Blühstreifen Beelitz kannte ich noch nicht, aber seit vielen Jahrzehnten bin ich in der Naturschutz- und Naturgartenszene aktiv ;-). Und gerade heute hatte ich einen kleinen Disput mit einer Nachbarin, die eine Felsenkirsche bei uns im Garten gern gefällt hätte, weil sie Schatten wirft… Nee, mach ich nicht. Vielleicht ein bisschen ausdünnen, obwohl das eh so ein lichter Baum ist. Lieben Gruß Ghislana

  6. Ursula Domscha

    Wow, Du kannst gut malen und gestalten! Der Schnabel der Lerche ist sogar gestickt! Deine Collage ist Dir sehr gut gelungen und die uns bedrohenden Probleme werden durch die verwendeten Zeitungsausschnitte sehr gut rüber gebracht. Der mit Bleistift hingeworfene Text ist sehr passend dazu.
    Lieben Gruß, Ursula

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